Ich denke mal, ein Aushängeschild für die Universitätsstadt Marburg ist dieses Taxiunternehmen sicherlich nicht.
Aber lesen Sie selbst.
Am 16.12. 2010 wurde die Patientin aus dem Uni-Klinikum Marburg entlassen. Von der Klinik wurde ihr gegen 15.00 Uhr das Taxiunternehmen H. S. , Neue Kasseler Straße 29, 35039 Marburg gerufen. Trotz der Zusage in 20 Minuten an der Uniklinik zu sein, erschien das Taxi um 16.30 Uhr an der Klinik. Die Fahrt sollte in eine nordhessische Kreisstadt gehen. Ein Transportschein der Klinik für eine Krankenbeförderung lag vor. Als die Patientin im Taxi saß und der Taxifahrer seinem Chef, dem Taxiunternehmer H.S mitteilte, dass die Patientin Mitglied der BEK-Krankenversicherung ist, verweigerte der Taxiunternehmer die Fahrt mit den Worten, er würde von dieser Krankenkasse nur 0,65 Euro für den Kilometer bekommen, dafür würde er nicht fahren, da wäre ihm sein Auto zu schade, gerade bei dieser Witterung. Er forderte die Patientin auf wieder auszusteigen und sich ein anderes Taxi zu nehmen, er würde sie nicht fahren, es sei denn sie würde pro Kilometer 0,50 Euro aus eigener Tasche zuzahlen. Nur dann würde er fahren. Da die Patientin keine andere Möglichkeit sah und auch aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage war ein anderes Verkehrsmittel zu benutzen, ging sie auf die Forderung des Taxiunternehmers ein. Am Zielort stellte der Taxifahrer ihr eine Quittung über 34,50 Euro für eine Stadtfahrt, nicht für eine Krankenfahrt aus. Es ist sicherlich richtig, daß Taxifahrten außerhalb des Tarifgebietes frei verhandelbar sind, doch hier trifft das nicht zu, da es sich um einen vom Arzt per Transportschein angeordneten Krankentransport per Taxi handelte, dessen Kosten die Krankenkasse übernimmt und der Taxiunternehmer von der Krankenkasse erstattet bekommt.
Am 17.12. zwischen 10.00 Uhr und 10.30 Uhr rief der Ehemann der Patientin den Taxiunternehmer an, um den Sachverhalt vom Vortag zu erörtern. Der Taxiunternehmer war selbst am Telefon. Der Ehemann äußerte sich darüber, daß er sein Verhalten für völlig ungerechtfertigt und wenig kundenfreundlich halten würde. Weiter kam er nicht, der Taxiunternehmer erklärte dem Ehemann lautstark, er würde von der BEK-Krankenversicherung nur 0,65 Euro für den Kilometer bekommen, insgesamt wohl nur 0,97 Euro und um auf seine Kosten zu kommen müsse dann der Patient eben 0,50 Euro dazubezahlen, damit er auf einen Kilometerpreis von 1,50 Euro kommen würde, außerdem würden auch die Witterungsverhältnisse eine Rolle spielen, er sähe nicht ein, warum er seinen Wagen im Wert von 60.000 Euro aufs Spiel setzen solle.
Der Ehemann zeigte dafür wenig Verständnis und erklärte dem Taxiunternehmer, daß er sich über seine sonderbaren Geschäfts- und Transportmethoden bei der BEK-Krankenversicherung und der Stadt Marburg beschweren werde. Da wurde der Taxiunternehmer ausfallend und beschimpfte den Ehemann recht lautstark mehrmals, er sei ein Dreckschwein, ein Nazischwein, wörtlich: “ du bist ein Dreckschwein, du bist ein Nazischwein, du darfst das nicht mitschneiden, ich sage dir, du bist ein Dreckschwein, ein Nazischwein, du kannst mich im Arsch lecken,“ diese Aufforderung wiederholte der Taxiunternehmer schreiend mehrmals. Zwischendurch drohte er damit, wenn das Telefon laut gestellt würde oder mitgeschnitten würde, würde er Anzeige erstatten. Das Lautstellen des Telefons war nicht nötig, da der Taxiunternehmer mit einer derartigen Lautstärke in das Telefon brüllte, konnten anwesende Personen die Schimpftiraden auch so verstehen.
Man sollte sich in Marburg genau überlegen, zu welchem Taxiunternehmer man in’s Auto steigt. Vielleicht sollte sich auch die Universitätsklinik Marburg mal Gedanken darüber macht, welche Taxiunternehmen sie den Patienten ruft. Ich denke mal, auf das hier angesprochene Unternehmen kann man sicherlich verzichten.